April 13, 2019 by diana

Menla News 14 – Im Lichte Christi

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Im Lichte Christi

Hauptgebet der gesamten Christenheit

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Erläuterung

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.

Jesus bezeichnet Gott als Vater und stellt damit eine innige Verbindung zwischen allen Kreaturen bzw. Phänomenen und seinem zeitlosen Wesen her. Vater ist hier eine androgyne Bezeichnung und sollte nicht als männliches Privileg betrachtet werden.

Gott vereinigt Männlichkeit und Weiblichkeit in seinem Wesenszug ebenso wie die Buddhas. Der Bezugspunkt zum Himmel stellt die Grenzenlosigkeit Gottes dar und damit die Abwesenheit von Schöpfer und Schöpfung. In der Kunst des Meditierens, wird der Blick auf den Himmel gerichtet, um Fokussierung und damit die Entstehung von Konzepten zu vermeiden. Diese Art von Meditation war in der Dzogchen Tradition des Buddhismus sehr bekannt und führt durch die Verbindung und das Auflösen der Elemente in ihre ursprüngliche Lichtfrequenz zum „Ja Lug“ (Regenbogen-Licht-Körper), ähnlich dem, was Jesus nach seinem körperlichen Tode am Kreuz im Grab erlebte.

Der Vergleich von Gott und Himmel ist nicht nur symbolisch, sondern charakterisiert das Wesen Gottes. Gott ist in allem und ist alles und kann deshalb nicht gesehen werden. Etwas, das überall ist, kann nicht gesehen werden! Niemand hat jemals Gott gesehen!

Der Name Gott ist heilig und unaussprechlich. Die Namensgebung verdichtet und lässt die Kontur eines Wesens entstehen, so wie der Name eines Neugeborenen Zukunft und Vergangenheit verbindet, um etwas Neuem Platz zu schaffen. Das Wesen Gottes ist frei von Definitionen, es gibt keine Begriffe, um die Natur des Göttlichen zu beschreiben. Es ist Alles und Nichts zugleich. Der Theophatische Weg des Verneinens resp. Zu sagen, was Gott nicht ist, stellt die Situation etwas besser dar. Was am Ende übrigbleibt ist Leerheit und Klarheit und nur dies kann Gottes Wesen sein. Zuletzt verschwindet sogar der Betrachter und das Objekt der Betrachtung.

Das Auslöschen einer individuellen Identität schafft endlich Raum für das unaussprechliche Wesen Gottes.

Wenn wir uns einen buddhistischen Vergleich erlauben, könnte man mit Sicherheit sagen, dass diese erste Zeile des Gebetes das Wesen des Dharmakaya, den ungeborenen und zeitlosen Körper des Raumes, beschreibt, dessen Natur frei von Entstehen, Vergehen und jeglichen Konzepten ist.

Die Augen nach oben zu richten, in die Weite des Himmels, wäre sicherlich keine falsche Yoga-Übung und würde rückwirkend die gottähnliche Qualität in uns wieder erwecken. Die Yogis halten die Augen weit offen und richten ihren Blick auf die Weite des Himmels und nicht auf die Wolken.

Dein Reich komme.

Das Königreich Gottes ist die Geburt des Ich Bin bzw. die Bewusstheit und Klarheit Gottes, welche die Phänomene, sichtbare wie unsichtbare (für uns), entstehen lässt. Das Reich Gottes ist überall und durchdringt alle Erscheinungen. Die Potentialität Gottes kommt hier in dieser zweiten Zeile zur Geltung. Das Wesen Gottes ist nicht nur dem Raum gleich, sondern auch die Potentialität, aus der alles erschaffen wurde. So wie ein Spiegel die Phänomene in sich spiegelt ohne mitbeteiligt zu sein, manifestiert Gott alles in sich. Durch sein Königreich wird die Gegenwärtigkeit seines Wesens dargestellt. Das Königreich Gottes ist frei von zeitlichen Abläufen und manifestiert sich in diesem ewigen Jetzt!

Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.

Der Wille Gottes ist die unaufhörliche Manifestation seiner Liebe und seines Mitgefühls, welcher die Wellen der Phänomene entstehen lässt und wieder auflöst. Der Wille Gottes sollte mit Tatkraft übersetzt werden und nicht mit menschlicher Absicht. Himmel symbolisiert das Sein, frei von Begriffen, in welchem Handlung spontan entstehen kann. Erde symbolisiert die Ich-Haftigkeit, in der irrtümlicherweise freie Handlung mit Konditionierung verwechselt wird. Der Wille Gottes ist eine Handlung ohne Täterschaft, ohne Handelnden und so sollte es auch auf Erden sein. Hier wird der Wunsch geäußert, dass diese Qualitäten Gottes in allen Erscheinungen zum Ausdruck kommen mögen.

Diese Zeilen können als das Wesen Gottes betrachtet werden: Offenheit, Klarheit und Unaufhörlichkeit. Offenheit: dem Raum und Himmel gleich, ohne Beginn und ohne Ende, ohne Entstehen und ohne Aufhören.

Klarheit als Bewusstheit, die erste subtile Manifestation seiner Wesenszüge, das Ich Bin und Unbegrenztheit als unaufhörliche Tatkraft (Wille), welche die äußere Hülle der Phänomene zerstört (Tod) und neue entstehen lässt.

Laut buddhistischer Philosophie entsprechen diese drei Zeilen den drei Körpern eines Buddha (Trikaya) und zwar wie folgt: Dharmakaya (der Körper des Raumes), Samboghakaya (Körper der Glückseligkeit) und Nirmanakaya (der Manifestationskörper) auch mit Himmel, Wolken und Regentropfen vergleichbar.

Die Konzentration richtet sich auf das dritte Auge oder auf das Kronen Chakra.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Das Brot hat sicherlich nichts mit gewöhnlicher Nahrung zu tun, sondern symbolisiert entweder das Dharma oder die Lehre Jesu, welche mit Nahrung zu vergleichen ist. Vor allem der Segen Gottes ist es, der die Kehle und den Mundraum mit dem Nektar der Glückseligkeit auffüllt. Diese meditative Erfahrung wird in der Yogi Tradition oft erwähnt und gibt dem Yogi die Möglichkeit, ohne substanzielle Nahrung zu leben. Die christliche Tradition ist voll von Beispielen, wie weibliche und männliche Mystiker ausschließlich von Hostien leben konnten.

Das Brot Christi entspricht auch der Transsubstantation, welche durch den Segen des Priesters während der Eucharistie stattfindet. Es gibt auch hier zahlreiche Beispiele einer Transformation des Brotes in den Leib Christi, sogar Hostien, die nach der Segnung zu Fleisch und Blut wurden. Es ist nicht meine Absicht jemanden zu überzeugen, die Fakten sprechen für sich selbst. Allein im tantrischen Buddhismus gibt es unzählige Beispiele dafür, wie durch den Segen des Meditationsmeisters, Substanzen zum Leben erweckt und von den Anwesenden gegessen oder getrunken wurden.

Das Brot Christi mit Hingabe und Vertrauen in sich aufzunehmen ist kein symbolisches Ritual, sondern die Tatsache, dass das Leid Christi mit dem unseren Eins wird.

Wir finden in dieser Zeile drei kostbare Informationen:
1- die Lehre Christi ist Nahrung wie Brot
2- das Empfangen des Heiligen Geistes, der Segen Jesus, erweckt in uns die Fähigkeit, von dem Tautropfen Gottes zu leben.
3- das Brot deutet auf den Leib Christi hin und die Teilnahme an seinem göttlichen Leib

Auf diese Weise bitten wir Gott, uns diese drei Erfahrungen zu gewähren und halten die Konzentration am Kehlkopf Chakra aufrecht.

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Die Ursünde begann bereits damals im Garten Eden und wurde von zwei unschuldigen Kindern begangen. Damit wurde ein Beginn festgelegt (Zeit) und ein erschwerter Weg (Distanz) bis zur Vollkommenheit.

Gott kann keine Sünde vergeben, weil Gott die innigste Natur von Barmherzigkeit ist und sich selbst, im JETZT, in seinen Erscheinungen wiedererkennt. So wie Jesus sicherlich nur das Göttliche um sich herum sah, erkennt Gott seine Reinheit in allen Formen, die aus ihm erschaffen wurden. Das Vergeben des Menschen ist nur momentan effektiv und ist mehr mit Vergessen zu vergleichen. In dieser Passage spricht Jesus von der Barmherzigkeit Gottes und nicht vom Vergessen oder Verdrängen von Untaten. Nur die Offenbarung Gottes kann die Wunden des Herzens heilen und ist frei von Urteil. Die Bitte nach Vergeben hat eine sehr tiefe Bedeutung und greift auf diese Göttlichkeit zurück, die im ewigen Jetzt alle Phänomene in sich vereint und als gleichwertig erscheinen lässt.

Wir sollten uns hier auf das Herz Zentrum (Chakra) konzentrieren und fühlen, was Jesus mit Vergeben und Barmherzigkeit meint.

Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Das Wort Versuchung ist grotesk, weil Gott seinesgleichen nicht in Gefahr bringen kann. Dies würde seiner Barmherzigkeit, Liebe und Mitgefühl widersprechen. Die Versuchung ist hier die Begierde und Anhaftung, welche die Gewohnheitsmuster aufrechterhält und uns im Kreis eines getrennten Individuums gefangen hält. Die Versuchung Gottes ist der Natur der Liebe gleich. Gott verliebt sich in seine Erscheinungen und ist sich seines selbst dabei nicht mehr bewusst.

Hier bitten wir Gott, uns von der trügerischen Fata Morgana (des Bösen) zu lösen und sich selbst auf spontane Weise zu offenbaren.

In den christlichen Mysterien ist Stolz das Geistesgift, welches dem Wesen Gottes entgegensteht. Die drei Versuchungen Jesus in der Wüste waren ausschließlich auf Stolz ausgerichtet. Diese Geistesgifte dürfen hier dem Bösen zugeordnet werden, da es die Dimension des zeitlosen Seins auf die körperliche, intellektuelle und emotionelle Ebene beschränkt. Stolz wirkt verdichtend und steht damit in diametraler Opposition zu der raumgleichen Natur Gottes. Wir dürfen auch Stolz als die Präsenz des Bösen verstehen und Gott darum bitten, uns davor zu schützen.

Wir sollten uns hierbei auf das Bauchnabel Chakra konzentrieren und fühlen, was Jesus meinte mit dem Erlösen von Versuchung und vom Bösen (Ich-Haftigkeit und Stolz).

Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Gott ist alles, was ist. Seine ewige Präsenz durchdringt alle Phänomene und so wie der Ozean die Wellen des scheinbar unabhängigen Seins verformt und wieder auflöst, ist Gott alles und ist in allem. Wie kann etwas enden das keinen Anfang hat?

Die tatkräftigen Aktivitäten und der Segen Gottes offenbaren sich jeden Moment in uns und auch außerhalb von uns. Die Frage ist, ob diese zeitlose Wirklichkeit, den Schleier des Ich-Getrennt-Seins zerrissen hat, wie es damals im Tempel Jerusalems unmittelbar nach der Kreuzigung Jesus geschah.

Das Gebet wird mit dem Begriff Amen abgeschlossen was so viel bedeutet wie:
Möge es so sein oder Amen wird korrekterweise übersetzt mit “sich fest machen in, sich verankern in, sich ausrichten auf Gott”.

Wir sollten uns hier auf das geheime Zentrum (Chakra), vier Finger breit unter dem Bauchnabel konzentrieren und fühlen, wie die Wellen der Kraft und Ewigkeit Gottes unseren Körper von unten nach oben durchfluten.

Aus der Yogi Perspektive besteht die Möglichkeit, dieses zeitlose Gebet mit Konzentrationsübungen zu begleiten, um das Wesen des Gebetes ins körperliche zu integrieren. Das Vaterunser, sowie die Seligpreisungen Jesus, sind nicht Produkte intellektueller Überlegung oder theologischer Auseinandersetzung, sondern die mühelose Manifestation der Lehre Gottes durch Jesus Christus. So gesehen sollte das „Vaterunser“ als Mantra betrachtet werden und mit entsprechender Hingabe regelmäßig rezitiert werden, um den innewohnenden Segen zu erfahren.

Licht & Segen aus Assisi,
Claude

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